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Kurz nach dem Bau der Missionskapelle kam das imposante Triumphkreuz hinzu, das heute über dem Chorbogen zu sehen ist. Um das Jahr 1260 entstanden, stammt es aus der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik. Im Vergleich mit der Kreuzigungsgruppe auf dem Schreinaltar (ca. 1300) lässt sich dies gut erkennen:
Im Chorbogen ist der Gekreuzigte noch als unbewegter Triumphator, der den Tod besiegt hat, dargestellt. Auch die begleitenden Figuren der Maria und des Apostels Johannes erscheinen noch steif und unbeweglich.
In der Kreuzigungsgruppe am Altar sind diese Figuren bereits bewegter und ausdrucksvoller; und auch der Gekreuzigte ist schon als der Schmerzensmann zu erkennen, als der er in der Hochgotik dargestellt wird.
Beide Kreuze sind nicht nur als Zeichen des Todes gestaltet, sondern gerade auch als Zeichen für das Leben. Die verzierten Balkenende und besonders die Äste auf den Balken sowie die ihnen entwachsenen Knospen am Triumphkreuz über dem Altar zeugen von einem lebendigen Osterglauben.